Schritt 1: Krise und Kontrollverlust
Der erste Schritt beschreibt die Ausgangsbedingungen, unter denen Sündenbockkonstruktionen besonders wahrscheinlich werden.

Staub beschreibt schwere wirtschaftliche Krisen, politischen Tumult und raschen sozialen Wandel als typische schwierige Lebensbedingungen, aus denen Gewalt gegen Gruppen erwachsen kann, die als bedrohlich wahrgenommen werden. Solche Krisen fungieren als Auslöser, indem sie bestehende Spannungen aktivieren oder verschärfen und häufig den Ausgangspunkt späterer Eskalationen bilden. Viele Menschen erleben diese Situationen als frustrierenden Eingriff in grundlegende Bedürfnisse nach Sicherheit, Wirksamkeit und Kontrolle, positiver Identität sowie verlässlichen sozialen Beziehungen. Zugleich erzeugen diese Krisenbedingungen ein Gefühl von Chaos und Unordnung und untergraben das Vertrauen darin, die Welt und die eigene Rolle in ihr zu verstehen. Die Frage „Warum ist das passiert?“ wird zentral. (Staub 1999, S. 305)
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